Spannungsbeschwerden vermeiden.
Deutsches Ärzteblatt 22.08.2008
"Mit Unterstützung des britischen Medical Research Council wurde die
Alexander-Technik jetzt erstmals in einer vergleichenden klinischen Studie
untersucht. Paul Little von der Universität Southampton und Debbie Sharp von
der Universität Bristol randomisierten 579 Patienten mit chronischen oder
rezidivierenden Rückenschmerzen auf drei Gruppen.
Die Patienten erhielten entweder sechs konventionelle therapeutische
Massagen (Kontrollgruppe) oder sechs beziehungsweise 24 Unterrichtsstunden
in der Alexander-Technik. Die Lehrer hatten eine Ausbildung bei der Society
of Teachers of the Alexander Technique absolviert. Jeweils die Hälfte
Teilnehmer in den drei Gruppen wurde außerdem zu aeroben Sportübungen
motiviert (pro Tag 30 Minuten forciertes Gehen oder eine äquivalente
Tätigkeit). Sie erhielten außerdem eine Verhaltensberatung von einer
Arzthelferin.
Diese sportlichen Übungen - wenn sie tatsächlich eingehalten wurden - hatten
keinen wesentlichen Einfluss auf die Beschwerden der Patienten, wohl aber
die Alexander-Technik. Während die Patienten in der Kontrollgruppe ein Jahr
später an 21 von 28 Tagen über Rückenschmerzen klagten, waren es in der
Gruppe, die 24 Unterrichtsstunden der Alexander-Technik erhalten hatte, 18
Tage weniger (also insgesamt nur noch drei Schmerztage in vier Wochen).
Sechs Unterrichtsstunden führten zu zehn weniger Schmerztagen (also elf
verbleibenden Schmerztagen in vier Wochen). Die Massagen senkten die Zahl
der Schmerztage um sieben (also 14 verbleibende Schmerztage in vier Wochen).
In anderen Endpunkten erzielten sechs Unterrichtsstunden der
Alexander-Technik etwa 74 Prozent der Wirkung von 24 Unterrichtsstunden,
weshalb Little und Sharp die kürzere Variante der Alexander-Technik für
ausreichend halten, worüber man sicher streiten könnte.
Der Vorteil gegenüber der Massage könnte darin bestehen, dass die Patienten
die Technik, wenn sie sie einmal erlernt haben, selbstständig und ohne
weitere Kostenanwenden können. Little bezeichnet die Studie als
signifikanten Fortschritt in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen."
(Deutsches Ärzteblatt 22.08.2008)





